Terminkalender

Sommerklausur 2018
Vom Freitag, 20. Juli 2018 -  10:00 Uhr
Bis Sonntag, 22. Juli 2018 - 18:00 Uhr

Sommerklausur 2018 in Seiffen

Am Anfang eines jeden Weges steht Vertrauen, dass mich der Weg an mein Ziel bringt. Und das meine Quelle, aus der ich die Wegbeschreibung nehme, zuverlässig ist. Und vielleicht gibt es andere auf dem Weg, deren Erfahrung ich nutzen kann. Ob es sich nun um reale oder ideele Wege handelt - ohne diese Voraussetzungen ist es schwer, an das Ziel zu kommen. Und es kann gefährlich werden.

 

Im Buddhismus gibt es für den Weg der Befreiung von Leiden, der landläufig als Erleuchtung bekannt ist, als Basis die Zuflucht zu den drei Juwelen Buddha, Dharma und Sangha. Die Bedeutung dieser Zufluchtnahme wird deutlich, wenn man sich die Analogie des Weges vor Augen hält. Deshalb wollen wir unsere Klausur in diesem Jahr der Zufluchtnahme widmen.

Die Hindernisse auf dem geistigen Weg zur Leidfreiheit liegen nicht in äußeren Feinden, sondern in inneren. Falsche Ansichten führen immer wieder dazu, dass wir mit unseren Handlungen anderen oder uns selbst Schaden zufügen und daraus Leiden für uns und andere resultiert.

Das ist vielleicht erst einmal unverständlich. Wenn wir aber genauer hinschauen - und dabei merken wir schon, dass wir eigentlich nicht genauer hinschauen wollen, weil wir möglicherweise auf eigene Fehler stoßen - schauen wir also einmal wirklich unser Tun an, so merken wir als erstes, dass wir die meiste Zeit damit verbringen, wegzuschauen. Je genauer wir unser Tun so unter die Lupe nehmen, umso mehr erkennen wir, wie ausgeklügelt unsere Mechanismen des Verdrängens und Ignorierens sind. Und diese Mechanismen werden Verdunklungen - blinde Flecke - oder Wissensschleier genannt, also etwas, dass uns die Dinge gar nicht oder nur schemenhaft und vielleicht auch falsch erkennen lässt.  Und somit kommt es immer wieder dazu, dass wir Leiden verursachen und erfahren. Und an unserem eigentlichen Weg gehindert werden. Das ist Samsara, der Daseinskreislauf.

 
Deshalb ist es wichtig, diese Hindernisse zu beseitigen. Da unsere Handlungen durch Körper, Rede und Geist existent werden, ist die ethische Disziplin die Grundlage dafür, die Ursachen für Leiden gar nicht erst zu erzeugen. Aus diesem Grund wird die Klausur von den Mahayana-Gelübten begleitet, die wir in etwas modifizierter Form nehmen. Dabei wird die Ethik der Handlungen des Körpers zur Bereinigung von körperlichen Hindernissen beitragen. Konkret heist das in Ergänzung zu den Mahayana-Gelübten ein Fasten am Samstag und eine gemeinsame Mahlzeit am Anfang und Ende der Klausur. Die Ethik der Sprache besteht in Schweigen und Rezitationen während der Klausur und bereinigt die Hindernisse der Sprache. Die Ethik des Geistes versuchen wir durch verschiedene Meditationen, die dazu dienen sollen, den Geist zu zähmen, rein zu halten.

Die Teilnahme ist nur für den gesamten Kurs möglich.

Voraussetzung ist es während der Praxis Zuflucht zu den drei Juwelen zu nehmen. Im streng buddhistischen Kontext heißt das zu Buddha, Dharma und Sangha. Betrachtet man die Juwelen als Symbole, heißt es zu einem Menschen, der den Weg vollkommen gegangen ist, zu der allumfassenden Wahrheit und der Gemeinschaft derer, die auch den Weg gehen, Zuflucht zu nehmen. Das kann im Christentum Jesus, Gott der Vater als Schöpfer und der heilige Geist als die letzendliche Wahrheit sowie die Gemeinschaft der Gläubigen sein.

Eine weitere Voraussetzung ist das Nehmen der Bodhisattva-Gelübte für einen Tag.

Die Teilnahme ist kostenlos. Es wird jedoch um ein Dana für Verpflegung und Quartier gebeten. Eine Anmeldung ist erforderlich, da die Übernachtungsplätze begrenzt sind.